Australien 🩘

Adelaide + Great Ocean Road

Hat eine Weile gedauert, aber wir mussten erstmal ein bisschen was erleben 😉


Nachdem wir Silvester im Flieger verbracht haben und standesgemĂ€ĂŸ den Schampus aus Plastikbechern genossen haben, landeten wir morgens um 6 Uhr in Adelaide.

Nach einem Tag in der Stadt ging es fĂŒr uns los in die Adelaide Hills. Dort arbeiteten wir auf einer Oliven Plantage bei Marg und Phil. Zwei pensionierte Lehrer die sich mit der Produktion und Verkauf von Olivenöl, dem Verkauf von Himbeeren, Silvanberries (Marionberrie) und Blumen ihre Pension aufbessern. Wir arbeiteten ca. 3-4h am Tag und durften dafĂŒr bei Ihnen wohnen und wurden bekocht und rundum versorgt. Wir trimmten die OlivenbĂ€ume, reinigten die TröpfchenbewĂ€sserung der 1300 BĂ€ume, schnitten die Himbeeren und Blumen zurĂŒck und ernteten fleißig. In der letzten Woche halfen wir Phil eine Wohnung in Adelaide zu renovieren.

Unsere zarten BĂŒrohĂ€nde sind nichts gewohnt, weshalb uns mittags ab und an die HĂ€nde schmerzten und der RĂŒcken wehtat. Mittags erkundeten wir die typischen Tourispots entweder mit dem Bus oder wir machten TagesausflĂŒge zu den weiter entfernten StrĂ€nden und SehenswĂŒrdigkeiten mit Phil. Wir wurden bestens versorgt, hatten jeden Tag Himbeeren, frisches GemĂŒse und abends guten Wein.

Die Adelaide Hills sind bekannt fĂŒr Ihre Äpfel und den Wein. Leider verloren viele Bauern kurz vor Weihnachten einen Großteil Ihrer Ernte durch ein Feuer das Phil und seine Kollegen der freiwilligen Feuerwehr ca. 10km von unserem Haus entfernt unter Kontrolle bekamen. In der Gegend roch es auch einen Monat spĂ€ter noch verbrannt. Wir hatten wĂ€hrend unserer Zeit noch zwei weitere Feueralarme, allerdings waren die Feuer relativ klein und waren weiter entfernt sodass wir nie direkt betroffen waren. An manchen Tagen war es stark verraucht, da der Rauch von Kangaroo Island oder aber sogar von Victoria zu uns rĂŒber zog.
Durch die furchtbaren Feuer konnten wir unsere eigentliche Route nach Kangaroo Island und Richtung Westen nach Perth nicht wahrnehmen da die Straßen gesperrt waren. Aber zum GlĂŒck ist ein Plan nur ein Plan und man kann ihn immer Ă€ndern 😊. Also brachen wir nach 2 wirklich wunderbaren Wochen weiter Richtung Osten auf und fuhren Entlang der Great Ocean Road nach Melbourne, um von dort unseren Flieger nach Tasmanien zu nehmen.

Tasmanien + Melbourne

In Tasmanien angekommen erwartete uns Nick schon am Flughafen in seinem alten Pickup. Wir fuhren mit ihm ins wunderschöne Huon Valley und verbrachten dort die meiste Zeit unserer zwei Wochen auf Tassie. Schon auf dem Weg zum Haus von Nick und Brom wurde uns klar, dass Nick ein wirklicher Typ ist. Auf halbem Weg machte er sich im Auto erstmal ein Bier auf und fragte uns ob wir auch eins möchten. Als wir etwas verwirrt schauten weil Alkohol in der Öffentlichkeit eigentlich nicht so gern gesehen ist, antwortete er nur „Relax you’re now in Tassie
.“. Das beschreibt es eigentlich ziemlich gut. Die Australier an sich sind schon sehr entspannt und arbeiten sich nicht zu Tode, aber in Tasmanien ist alles noch entspannter. Nick lebt zusammen mit Bronwin und ihren zwei Kids in einem Haus direkt am Meer. Dort halfen wir bei dem Bau der KĂŒche fĂŒr eine Ferienwohnung. Wir reinigten und versiegelten den Natursteinboden, schliffen die ArbeitsflĂ€che und andere Holzelemente ab und ließen diese mit Öl ein oder lackierten sie und strichen die WĂ€nde. Man muss dazu sagen, Nick baut alles komplett selbst. D.h. jeden Schrank, jede Schublade in der KĂŒche ist selbstgeschreinert. Selbst die Arbeitsplatte hat er aus einzelnen Holzbrettern selbst zusammengeleimt. Daneben reparierten wir den Bootsanlegesteg, wechselten das Motoröl auf dem Boot und auch im Pick Up den wir immer ausleihen durften.

Man muss dazu sagen, Nick ist Mitte 70, hat zwei kĂŒnstliche Knie, eine neue HĂŒfte, hatte mindestens einen Herzinfarkt und ist Jahrelang als KapitĂ€n ĂŒber die Meere gefahren. Dementsprechend hatte er auch die ein oder andere Geschichte zu erzĂ€hlen.

Wir waren auch hier bestens versorgt und da gerade Erntezeit fĂŒr Kirschen und Pflaume ist, wurden wir regelrecht damit ĂŒberhĂ€uft.

Durch den Pick Up waren wir sehr unabhĂ€ngig und konnten die Insel auf eigene Faust erkunden. Neben der unglaublichen Natur in Tasmanien die ein wenig ans AllgĂ€u und den Schwarzwald erinnert (nur eben am Meer) hat uns das Museum of Old and New Arts (MONA) richtig gut gefallen. Dort gibt es richtig skurrile Kunst. Unter anderem sitzt dort ein tĂ€towierter Belgier, der seine Haut an das Museum verkauft hat und jetzt jedes Jahr fĂŒr 6 Monate im Museum sitzt. Zum anderen gibt es einen menschlichen Verdauungstrakt; nachgebildet durch SchlĂ€uche und GlasbehĂ€lter der mit Essen befĂŒllt wird und BlĂ€hungen sowie Kot produziert. Es gab auch kritische Kunst zum Thema Digitalisierung in der Arbeitswelt und dem stĂ€ndigen InformationsĂŒberfluss heutzutage zu erleben.

Nick, Brom und die zwei Kids haben uns eine wirklich großartige Zeit auf Tassie beschert aber nach zwei Wochen hieß es wieder lebe wohl und wir genossen die letzten Tage in Melbourne.

Sonst noch was:

Tage in Australien: 37
Bezahlte Übernachtungen: 7

Highlight fĂŒr Manu: Der Sand in der Bay of Fire auf Tasmanien ist so weich, dass er unter den FĂŒĂŸen quietscht.

Highlight fĂŒr Bezzy: Die Koalas in unserem Garten in den Adelaide Hills.

Highlight das alles ĂŒbertrifft:
Wir haben keinen Platz in den Wiederaufbaucamps bekommen, weil die Hilfsbereitschaft so groß ist, dass sie alle ausgebucht sind. Manche Australier nehmen extra Urlaub um beim Wiederaufbau von Bauernhöfen und HĂ€usern zu helfen. Wirklich großartig eine Absage mit der BegrĂŒndung zu lesen 😊!

Melbourne oder Adelaide? It depends…

NĂ€chster Stop: Peru
 auf der Suche nach der Kuh die nicht landen kann HELAU!

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