Kolumbien – Cartagena und Minca mal etwas anders

Nachdem wir uns gegen Ende unserer Zeit in Peru nach Vegetation und Farben sehnten, brachte uns Kolumbien genau das. Die erste Nacht verbrachten wir in Cartagena und reisten dann mit dem Bus weiter nach Minca. Dort erwarteten uns farbenprächtige Tukane, Papageien, Kolibris und viele andere Vögel. Wir wanderten ein wenig und bestaunten die Sonnenuntergänge.

Währenddessen verkündete Panama das die Seegrenzen geschlossen wuden. Damit war unser eigentlicher Plan, mit dem Segelboot nach Panama zu reisen hinfällig. Am nächsten Tag wurde dann klar, dass man auch über den Luftweg als Tourist nicht mehr einreisen darf. Das war echt total kacke! Wir hatten uns so gefreut zusammen mit unseren Freuden Suzan und Nino das Land zu erkunden. Außerdem freuten wir uns auf Luxusartikel wie Rasierklingen und After Sun. Daraus wurde also erstmal nichts.

Wir änderten also unseren Plan und wollten so schnell es geht nach Costa Rica, um uns ein Zimmer am Strand nehmen zu können. Dort wollten wir mit unseren Surfbrettern ins Wasser und mit so wenig Menschen wie möglich in Kontakt treten. Costa Rica hatte angekündigt die Grenzen am 18.3. um 23:59Uhr für Touristen zu schließen. Unser Flug ging am 18.03.2020 um 6:00 Uhr morgens. Am 17.3. um 7:00 Uhr morgens auf dem Weg nach Santa Marta waren wir noch guter Dinge. Um 14:00 Uhr (immer noch im Bus) sah das schon ganz anders aus. Alle Hostels in Costa Rica lehnten unsere Anfragen ab. Keine Unterkunft bedeutet keine Einreiseerlaubnis, bedeutet wiederum wir brauchen es gar nicht erst versuchen, denn nach Kolumbien zurück würde auch nicht gehen.

Gestrandet wie so viele… unendlich traurig und auch verzweifelt checkten wir in unserem Hostel in Cartagena ein. Dort packten die Mitarbeiter schon zusammen. Uns wurde gesagt, dass wir hier gerne wohnen dürfen so lange wir müssen. Neue Gäste werden nicht angenommen und die Mitarbeiter werden nach Hause gehen. Unter der Woche ist von 18:00 – 4:00 Uhr Ausgangsperre und am Wochenende gilt diese den ganzen Tag.

Wir streunten durch die leeren Gassen, schauten Restaurants und Bars beim Einpacken zu, machten noch ein paar Fotos und kauften Souvenirs. Dies hat sich als super Entscheidung herausgestellt. Gerade als wir zurückkamen, trat eine totale Ausgehsperre für Einheimische und ausländische Touristen in Kraft. Für die notwendigen Besorgungen durfte man noch das Haus verlassen, aber man sollte dies auf ein Minimum reduzieren. Die Bevölkerung hielt sich auch daran. Auf den Straßen fand man nur noch die Bauchladenverkäufer die Obst- und Gemüse verkaufen und die Polizei.

Nach langem hin und herüberlegen, buchten wir einen Rückflug nach Deutschland. Über Amsterdam sollte es am 26.3. nach Hause gehen. Wir hatten nun noch eine Woche in Kolumbien und versuchten es so gut es ging zu genießen. Tags drauf, wir hatten gerade unsere Sneaker gewaschen, kam dann die nächste Mitteilung, die es in sich hatte. Kolumbien hatte vor den Flugverkehr ab dem 22.3. 23:59 Uhr komplett einzustellen. Das Auswärtige Amt rief uns dazu auf, schnellstmöglich nach Bogotá zu kommen und unser Hostel setzte uns vor die Tür, denn die Regierung hatte es untersagt, weiterhin Touristen zu beherbergen. Wir buchten also einen Flug nach Bogotá für den nächsten Tag. Am Flughafen in Cartagena, wir hatten unsere nassen Sneaker an) war die Hölle los. Man durfte das Gebäude nur noch mit gültigem Flugticket betreten. Wir checkten erfolgreich ein und warteten auf unseren Flug. Dies waren sehr anstrengende Stunden, denn alle Flüge (ca. 6 Stück) die vor uns hätten gehen sollen, wurden storniert. Erleichtert atmenden wir auf, als unser Boarding losging und wir nach Bogotá durften. Es folgten dann einige chaotische Tage mit wenig Schlaf und vielen Backoffices am Flughafen Bogotá. Wir buchten einen überteuerten Flug nach Hause und kamen nach viel Chaos, Stress und Schlafmangel am Montag den 23.3. in Amsterdam an. Von da ging es mit dem Zug nach Karlsruhe und von dort mit dem Auto nach Hause. K.O. und glücklich.

Das waren dann 5 statt 7,5 Monate voller bezaubernder Momente, verschwitzen Tagen an denen nichts klappt, kalten Tagen an denen einem die Finger blau wurden, tollen Wellen, herzlicher aber auch einfältiger Menschen, unglaublichen Erfahrungen, vielen Stunden des Reflektierens und Genießens, sauberen Hostels und ekelhaften Bädern, des Rucksack Ein- und Auspackens, des Pläne Schmiedens und verwerfen, des traurig seins und des Lachens, und noch so viel mehr.

Wir sind bezaubert von den herzlichen Kolumbianern, die trotz der Corona Situation noch sehr freundlich zu uns waren, keine Hamsterkäufe tätigen und sich an die Anweisungen der Regierung halten und größtenteils zu Hause bleiben. Beeindruckt sind wir auch von dem Einsatz der Flughafenmitarbeitern von United, Avianca und KLM, die alles versuchten, um die Menschen nach Hause zu bringen. Lufthansa hatte auch einen Schalter.
Traurig und nachdenklich sind wir, weil wir erleben durften, dass Menschen verzweifelt und am Boden zerstört waren, weil sie zwar ein Ticket nach Hause zu Ihrer Familie gefunden hatten, es sich aber nicht leisten konnten, weil sehr viele Fluggesellschaften aus solch einer Situation auch noch Profit schlagen wollten. Denkt an all die Menschen, deren Regierung keine Rückholaktion startet und die in fremden Ländern bei dieser Situation zurück bleiben…

Inzwischen fühlen wir uns nicht mehr den restlichen 2,5 Monaten beraubt und die Dankbarkeit für die letzten Monate ist zurückgekehrt. Wir freuen uns auf zwei Wochen Selbstquarantäne in denen wir unsere Schränke ausmisten, unsere Wohnung umräumen, haufenweise Bilder sortieren können und die Steuer machen :D. Wir freuen uns, unsere Freunde und Familie zu sehen aber erstmal nicht erdrückt zu werden :D. Wir freuen uns auf die zahlreichen Wiedersehen, wenn wir gemeinsam die schweren Zeiten hinter uns gelassen haben und wieder gemeinsam essen, trinken und lachen können.
Bis dahin, haltet euch bitte an die Vorschriften, denkt an die Risikopatienten in eurer Umgebung , denkt an das medizinische Personal das sich gerade für uns zerlegt. Zeigt euer Herz und verhaltet euch solidarisch.

Denkt an die Chancen, die sich in Zukunft ergeben werden und an die kleinen Wunder, die die Natur in so kurzer Zeit schon hervorgebracht hat. Versucht es als Chance zu sehen unser Denken und Handeln zu ändern. Auf geht’s!

Kurz und Knapp

Super liebe Menschen
Was eine Landschaft, was eine Natur!
Arepas por la desayuna, por la almuerzo y por la sena.
Richtig günstig
Super bunt und immer Musik in den Strassen!

Sunset Minca

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